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Leitfaden für Gitarristen, die Gitarrenlehrer werden wollen: Teil 5

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German (Deutsch) translation by Elisabeth Prott (you can also view the original English article)

Im vorherigen Artikel habe ich erläutert wie man an Schulen einen Job als nicht fest angestellter Gitarrenlehrer bekommt. In diesem Artikel werden wir uns damit beschäftigen wie ihre Tätigkeit aussieht, wenn Sie einen solchen Job bekommen haben.

Einzelunterricht

Diese Art von Unterricht wird jedem Gitarrenlehrer vertraut sein und ist zweifellos die beste Art Unterricht sowohl für den Schüler als auch für den Lehrer. Der Unterricht kann dem Tempo des Schülers angepasst werden, und Sie können sich gezielt auf die Bereiche konzentrieren, mit denen sich das Spiel des Schülers verbessern lässt.

Es kann jedoch sein, dass die Unterrichtszeit, an die Sie gewöhnt sind, etwas gekürzt wird.

Als Privatlehrer unterrichten Sie normalerweise 30 Minuten bis eine Stunde. In Schulen ist eine halbe Stunde in der Regel die längste Unterrichtszeit. Je nach Schule und Anzahl der Schüler, kann sich der Unterricht auf 20, 15 oder sogar zehn Minuten reduzieren.

Darüber hinaus handelt es sich hierbei um die von der Schule geplante Zeit. Dies setzt voraus, dass die Schüler genau dann kommen und genau dann den Unterricht verlassen wie es geplant ist. In der Realität kann es immer vorkommen, dass die Schüler ein paar Minuten zu spät kommen. Dann verliert man noch Zeit, um die Gitarre zu stimmen, und ehe man sich versieht, ist ein Drittel oder die Hälfte der Unterrichtsstunde rum.

Als ich anfing an staatlichen Schulen zu unterrichten, betrug die Unterrichtszeit 15 Minuten. Ich lernte sehr schnell, dass das Ziel darin bestand, dass jeder Schüler eine bestimmte Aufgabe in Angriff genommen hatte, bevor er die Stunde verließ. Das war das Bestmögliche, was in der extrem begrenzt verfügbaren Zeit erreicht werden konnte.

Folglich kann der Fortschritt beim Lernen sehr langsam vonstatten gehen, vor allem, wenn zwischen den Lektionen nicht geübt wird. Hier müssen Sie proaktiv vorgehen, indem Sie den Schülern entweder Hausaufgaben geben oder die Schule bitten, die Eltern auf die Notwendigkeit des Übens aufmerksam zu machen.

Diese Art des "Fließbandunterrichts" ist bei weitem nicht ideal, also seien Sie sich dessen bewusst und passen Sie Ihre Erwartungen entsprechend an.

Kleine Gruppen

Wenn Sie eine große Anzahl von Schülern unterrichten sollen, können Sie oder die Schule sich dafür entscheiden, zwei Schüler zusammen zu unterrichten. Sie können ebenfalls in kleinen Gruppen unterrichten wenn die angesetzten Stunden zu kurz sind.

Dies ist natürlich nicht so effektiv wie Einzelunterricht. Die Gruppe muss sich an die Lerngeschwindigkeit ihres langsamsten Schülers anpassen, also seien Sie darauf vorbereitet, Ihren Unterricht entsprechend zu gestalten. So sehr Sie sich bemühen jedem Schüler die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen, werden zwangsläufig einige mehr Aufmerksamkeit erhalten als andere. Versuchen Sie, sich dessen bewusst zu sein, denn selbst augenscheinlich begabte Schüler können sich vernachlässigt fühlen.

Eine Möglichkeit, begabte Schüler einzubinden, besteht darin, sie zu bitten, denjenigen zu helfen, die Schwierigkeiten haben. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, sich mehr auf die Schüler zu konzentrieren, die Hilfe brauchen, und verleiht den begabten Schülern eine wertvolle Funktion.

Variationen

Innerhalb von Gruppen müssen Sie vielleicht feststellen, dass Sie verschiedenen Schülern unterschiedlichen Unterricht anbieten müssen. Wenn sich der Unterricht für einige Schüler als zu schwierig erweist, müssen Sie ihnen ein Konzept vermitteln, mit dem sie zurechtkommen und das auch zum Unterrichtsinhalt für die ganze Gruppe passt.

Ein einfaches Beispiel wäre, wenn die Gruppe einen Akkord spielen soll, und einige Schüler es nicht schaffen. Dann geben Sie diesen Schülern stattdessen einzelne Noten zum Spielen.

Klassen

Ich spreche hier von ganzen Schulklassen. Wenn Sie damit keine Erfahrung haben, kann das ein Chaos werden. Es wird laut sein, und jeder fordert Ihre Aufmerksamkeit. Das macht den Unterricht zu einer extremen Herausforderung. Nach meiner Erfahrung funktioniert die Aufteilung der Klasse in kleine Gruppen am besten. Geben Sie ihnen etwas, woran sie selber arbeiten können, und gehen Sie dann herum und sehen Sie sich jede Gruppe der Reihe nach an. Die Einführung eines zeitlichen Rahmens und eines Wettbewerbselements kann sehr hilfreich sein, denn dadurch wird die Lektion zu einem Spiel.

Seien Sie darauf vorbereitet, zu improvisieren. In der ersten Unterrichtsstunde eines Ukulele-Unterrichts für eine Klasse von 30 Schülern stellte mir die Schule 30 verstimmte Instrumente zur Verfügung. Von den Schülern zu erwarten, dass sie ruhig sitzen bleiben, während ich die Instrumente stimmte, war unrealistisch, also bat ich sie, den Umriss des Instruments auf Papier zu zeichnen und dann die ungewöhnlichste "Traum-Ukulele" zu entwerfen, die sie sich vorstellen konnten. Das beschäftigte sie, während ich mit dem Stimmen beschäftigt war.

Aufführungen

Schulen erwarten von ihren Schülern, die am Musikunterricht teilnehmen oft, dass sie ihre Fortschritte irgendwann einmal unter Beweis stellen. Das geschieht oft bei der Abschlussveranstaltung eines Halbjahres oder bei einer besonderen Veranstaltung wie einem Musikabend. Es ist anzumerken, dass die Eltern normalerweise zu solchen Veranstaltungen eingeladen werden.

Die Schule wird Sie daher bitten, dass ein Schüler oder auch mehrere bei dieser Veranstaltung auftreten. Wenn Sie mit dieser Aufgabe betraut werden, müssen Sie schon Wochen vorher einige Entscheidungen treffen, wie zum Beispiel:

  • Wählen Sie die Schüler aus oder bitten Sie Freiwillige sich zu melden
  • Entscheiden Sie, was gespielt wird
  • Ensemblestück
  • Solist
  • Proben

Wenn Sie diese Themen ansprechen, können Sie die Interessen Ihrer Schüler abklären. Dies setzt voraus, dass die Schule noch keine Schüler ausgewählt hat, die spielen sollen.

Es ist zwar verlockend, ein bekanntes Stück für das Konzert auszuwählen, aber es hat den großen Nachteil, dass die Zuhörer bemerken, wenn etwas falsch gespielt wird, wenn sie das Stück kennen. Es ist Ihre Entscheidung, aber wenn Sie können, komponieren Sie ein Stück. Das Schöne an einem selbst komponierten Stück ist, dass es nicht nur auf die Fähigkeiten Ihrer Schüler zugeschnitten ist, sondern dass das Publikum die eventuell auftretenden Fehler nicht bemerken wird.

Die Auswahl eines Stücks für das ganze Ensemble ist abhängig davon was die Schule wünscht und wie viele Schüler mitmachen möchten.

Wenn Sie einen Solisten einsetzen, sollten Sie sich über die Fähigkeiten des gewählten Schülers im Klaren sein. Achten Sie außerdem darauf, dass die getroffene Wahl keine Probleme oder Ressentiments bei den anderen Schülern hervorruft.

Sie müssen die Zeiten für die Proben planen. Die Proben können nach dem Unterricht stattfinden, aber das kann sich als organisatorisch schwierig erweisen, vor allem, wenn Sie auch noch Privatunterricht geben. Wahrscheinlich wird es in der Mittagspause günstiger sein.

Wenn Sie an einer Privatschule arbeiten, stellen Sie sicher, dass Sie der Schule den Mehraufwand in Rechnung stellen.

Und schließlich sollten Sie darauf vorbereitet sein, dass Sie gefragt werden aufzutreten und zu spielen.

Dies ist mir bei mehreren Gelegenheiten passiert. Zu Beginn meiner Karriere wurde ich kurzfristig von einer meiner Schulen kontaktiert, um bei einem Musikabend aufzutreten, den ich sonst nicht besucht hätte.

Ich war einverstanden, da dies eine gute Werbung ist und man sowohl potenzielle Schüler als auch ihre Eltern erreichen kann. Genauso landete ich als Bassist in einer Schul-Rockband, damit der Auftritt stattfinden konnte.

Schlussfolgerung

Der Unterricht in Schulen erfordert eine Anpassungsfähigkeit, die über die des Einzelunterrichts hinausgeht. Seien Sie auf folgendes vorbereitet:

  • Kürzere Unterrichtszeiten
  • Kompakter Unterricht
  • Unterricht von zwei Schülern oder Gruppen
  • Die Schwierigkeiten des Unterrichtens von ganzen Klassen
  • Vorbereitung von Aufführungen

Im letzten Teil dieser Reihe werde ich mich mit dem Fernunterricht befassen.

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